Natürlich soll das Marketing seinen Wertbeitrag transparent machen, da bin ich voll d’accord. Wir alle wollen wissen, wie das Unternehmen durch das daily business des Marketers profitiert. Das ist aber kein Grund, den Marketer zum Firmentherapeuten zu berufen.
Er soll (a) das Management davon überzeugen, in Systeme
zu investieren, die den Einfluss des Marketing auf Umsatzsteigerungen
dokumentieren. Er soll (b) die Verkaufsabteilung davon überzeugen, dass in
Zukunft ‚ganz offiziell’ zusammen gearbeitet? werden muss. Er soll (c) diese
Systeme implementieren und er muss überwachen, ob auch jeder seine Arbeit macht
und das System pflegt. Und er soll (d) diese Systeme zur Steuerung nutzen,
damit zukünftige Marketing-Programme noch effizienter werden. Sofern er noch
Zeit für zukünftige Marketing-Programm hat.
Gemessen wird das Marketing dann anhand der erzielten
Umsatzsteigerungen. (Eigentlich wäre das aber die Maßzahl für den Verkauf.)
Gemessen wird das Marketing dann anhand der gesteigerten
Markenbekanntheit. (Eigentlich wäre das die Maßzahl für die Werbeagentur.)
Gemessen wird das Marketing dann anhand der gesteigerten
Kundenzufriedenheit. (Eigentlich wäre das der richtige Weg, um die gesamte
Unternehmensperformance zu messen, wenn es eine geeignete Methode gäbe.)
Gott sei Dank gibt es da noch den gesunden Menschenverstand, der uns wie immer im Marketing zu Hilfe kommt.
Erlauben Sie mir nachstehende These:
Im Marketing geht es letztendlich um neue Märkte und/oder
Produkte. Die ureigenste Aufgabe des Marketers ist, relevante neue Märkte und
Marktsegmente auf zusätzliche Absatzchancen zu untersuchen oder neue Produkte
für die bestehenden Märkte und Segmente zu entwickeln.
Konkret könnten die Marketing-Empfehlungen (entsprechende
Marktinformationen und Instinkt vorausgesetzt) dann wie folgt aussehen:
Produkt A hat Potential einen neuen internationalen Markt
zu erobern.
Produkt B kann, sofern sorgfältig repositioniert, eine
neue Zielgruppe erschließen.
Branche C wäre bereit für ein neues Produkt, welches ein
(nachgewiesen) vernachlässigtes Problem löst.
Markt D könnte mehr Umsatz bringen, wenn wir eine
ausgeklügelte Kundenbindungsstrategie einsetzen und dadurch den Customer
Lifetime Value steigern.
Wenn wir nun eine Produkt-Markt Matrix für das Unternehmen zeichnen und die Entwicklungen in regelmäßigen Abständen dokumentieren, dann wäre das ein brauchbarer Ausgangspunkt für das Messen der Produktivität und Effektivität des Marketings.
Natürlich müssen die Kosten für die Produkt- und
Marktentwicklung erhoben und den Einnahmen (oder Deckungsbeiträgen) gegenüber
gestellt werden.
Sobald die neuen Märkte oder Produkte entwickelt sind,
werden die übrigen Abteilungen oder Agenturen auf den Plan gerufen. Die
Entwicklungsabteilung konzipiert ein hochqualitatives Produkt abgestimmt auf
die Anforderungen der Märkte. Der Verkauf muss den neuen Opportunities
nachgehen, Agenturen sind für das Branding und die Werbung zuständig und der
Kundendienst muss auf die spezifischen Bedürfnisse des Marktes eingehen und
diese zuverlässig bedienen. Der Marketer fungiert als Projekt-Koordinator und
macht alle notwendigen Informationen zugänglich, die für die Erfüllung der
Aufgaben notwendig sind.
Der Marketer muss in diesem Umfeld ein ‚goldenes’ Händchen beweisen und die richtigen Produkte und Märkte auswählen. Ob er Recht hat, weiß er jedoch erst, wenn die Maßnahmen gesetzt sind. Im Marketing geht es nun mal um kalkuliertes Risiko und Instinkt. Am Ende des Tages sollten die richtigen Entscheidungen überwiegen.
Somit messen wir den Marketer anhand der Frage:
Wie viele (profitable) neue Produkte oder Märkte haben
Sie entwickelt??
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