Viele Unternehmen sind sehr erfolgreich in der Gewinnung
von Interessenten über Messeauftritte, Suchmaschinen Marketing oder den Kauf
von Adresslisten. Das Problem an der Sache ist, dass die meisten Leads (noch) nicht
kaufbereit sind.
Wenn also ein Verkäufer zu diesem Zeitpunkt an den
Interessenten herantritt, KANN er nicht erfolgreich sein. Die bittere Folge
ist, dass die Marketingabteilung beim Verkäufer den Eindruck hinterlässt,
unbrauchbare Leads zu generieren, dass die Leads verloren gehen, vom Verkauf
ignoriert werden oder dem Mitbewerb in die Hände fallen.
Ein Lösungsansatz für dieses Problem ist das „Lead
Nurturing“. Mit diesem Prozess soll durch konsistente, kontinuierliche
Versorgung von relevanten Informationen eine Beziehung zum qualifizierten
Interessenten aufgebaut werden (und das UNABHÄNGIG vom Zeitpunkt wann dieser
kaufen will), um ihn dann als Kunden zu gewinnen, wenn er letztendlich
kaufbereit ist.
Die Idee des Lead Nurturing ist in den USA und in UK seit
langem Thema und steht laut dem B2b Benchmark Report 2009/10 von Marketing
Sherpa auf der Agenda von mehr als 50% der befragten B2b Unternehmen.
Auch in der BRD und in Österreich machen die ersten
Anbieter von Marketing-Automatisierungssoftware wie Marketo, Eloqua und
Silverpop auf sich aufmerksam. (Eloqua ist in Österreich und BRD über Aservo
vertreten.) Mit diesen Software-Lösungen werden nicht nur Interessenten nach
individuellen Regeln bewertet und qualifiziert, sondern auch der Marketing-Content
automatisiert versandt. Sobald der Interessent ein bestimmtes Rating erreicht,
wird er über Lead Routing an den Verkauf weitergeleitet. Sollte dieser nicht
reüssieren, kann der Lead, sofern sinnvoll, wieder in den Nurturing Prozess
eingespeist werden.
Was ist der gewünschte Effekt?
Der Vertrieb konzentriert sich auf kaufbereite Leads. Die
Leistung des Marketing wird transparent, da beim Lead Nurturing die
Marketingabteilung gefordert ist und einen wesentlichen Input zum Aufbau der
Beziehung mit dem Interessenten leisten muss. Und die Conversion Rates bei den
Leads gehen nach oben.
Alles in allem, ein voller Erfolg. Wären da nicht die
umfassenden Grundvoraussetzungen, die Platz greifen müssen, wenn das Lead
Nurturing eine Erfolgsstory werden soll (im folgenden sind nur einige, aus
meiner Sicht aber wesentliche, exemplarisch angeführt).:
1) Marketing und Verkauf müssen eng zusammen arbeiten:
Die beiden Abteilungen müssen Regeln aufstellen, wie
Leads qualifiziert werden und wann ein Lead „sales-ready“, also kaufbereit ist. Disziplin ist gefragt. Jede Aktivität des Interessenten,
auch die offline Aktivitäten wie persönliche Kontakte zu den Verkäufern,
Teilnahme an Veranstaltungen, Messen, Webinars etc. müssen im System erfasst
und gepflegt werden. Die Abteilungen müssen alle kundenrelevanten Informationen
Preis geben und allen zugänglich machen. Das Ende der Informationsmacht der
Verkaufsabteilung.
2) Eine state-of-the-art Website.
Die Website muss alle Anforderungen in punkto Usability,
Navigation, Look-and-feel etc. erfüllen. Sie ist im Lead Nurturing Dreh- und
Angelpunkt aller Marketing Aktivitäten. Dort registrieren sich Interessenten,
informieren sich und halten Kontakt.
3) Hoch-qualitativer Marketing Content.
Wenn ein Unternehmen eine Vielzahl von Interessenten
mehrere Monate lang mit Content, also wirklich relevanten Informationen,
versorgen soll, dann kann eine Marketingabteilung schnell an ihre Grenzen
kommen. Webinars, Whitepaper, Newsletter, Webcasts, Videos, etc. sind nur
Beispiele dafür, wie Content im modernen Lead Management ausgeliefert wird.
Conclusio:
Lead Nurturing ist, sofern professionell umgesetzt, ein
leistungsfähiges Konzept. Ich bin überzeugt, dass alle von den amerikanischen
Marketing-Forschern prognostizierten Ergebnisse auch tatsächlich erzielt werden
können. (20% mehr Einladungen zu Ausschreibungen lt. Demand Group; doppelt so
hohe Abschlussrate auf gestellte Angebote lt. Aberdeen Group; um 47% höhere
Auftragsvolumina lt. Aberdeen Group)
Als wesentliche Voraussetzung für das Gelingen sehe ich ein 100%iges Commitment seitens der Geschäftsführung, die das Lead Nurturing Top-Down im Unternehmen installieren muss. Auch wenn die Abteilungen konstruktiv einander zuarbeiten und kooperieren, die Unterstützung und der Input der Geschäftsführung spielt eine entscheidende Rolle, wenn ein Lead Nurturing Programm seine volle Wirkung entfalten soll.
Wollen Sie unsere Artikel einmal im Monat automatisch beziehen?
Dann geben Sie bitte Ihren Daten hier ein!

WIR SIND FÜR SIE DA!