Marken und Industriegüter - Ein Widerspruch?
Es gibt tausende von Artikel, die über Branding geschrieben worden sind, aber beinahe alle beziehen sich auf die Konsumgüter und deren Märkte. Kein Wunder angesichts der Euro-Millionen, die alleine in Österreich von Firmen wie Coca-Cola oder Mc Donalds für Werbung ausgegeben werden. In jedem Fall stellen sich beizeiten für den Industrie Manager die Strategien und Gedanken der Marken-Gurus genauso abgehoben dar wie die Geldbeträge, die große Marken für Werbung ausgeben.

Ein Hersteller von Druckmaschinen in Wien, eine Gießerei in der Steiermark oder ein Anbieter von Büro-Möbel in Oberösterreich wird sich in den Marken-Theorien nicht wiederfinden, da diese, wenn wir ehrlich sind, ja auch nicht für sie geschrieben wurden.

Unternehmen fangen klein an und werden größer. Sie werden gegründet weil jemand eine gute Idee für eine Dienstleistung oder ein Produkt hatte. Unternehmen werden von Menschen aufgebaut, die wissen, wie qualitativ hochwertige Produkte oder Dienstleistungen hergestellt werden, die aber nicht viel Wert auf langfristige Auswirkung der Markenführung legen. Noch schlimmer, das Wort „Marke“ oder „Markenführung“ und seine Verbindung zum Konsumgütermarketing mag von manchen Industrie-Managern gleichgesetzt werden mit dem frivolen Wunsch, ein Produkt besser erscheinen zu lassen, als es ist.

Da ist natürlich ein Quäntchen Wahrheit dran. Die Marke kann bewirken, dass Konsumenten eine positive Einstellung einem Produkt gegenüber aufbauen, aber sie kann definitiv keine Mängel in Bezug auf Qualität oder Design kompensieren.

Wir sind überzeugt, dass Marken dasselbe für Hersteller von Industrieschläuchen leisten können, wie sie es für Pepsi Cola oder Honda tun. Und sie leisten auch bereits, aber leider nicht mit der Effizienz, wie es sein könnte. Denn wenn Industrieunternehmen bereits von ihrer Marke profitieren, dann geschieht das meistens eher zufällig als beabsichtigt. Dieser Effekt könnte mit einfachen Mitteln noch wesentlich verstärkt werden, und somit mehr Umsatz, bessere Kundenbindung und Rentabilität erzielt werden.

Viele Industrieunternehmen haben Kunden, die sie seit Jahren beliefern.Diese Kunden kaufen mehr als nur Produkte, sie kaufen Vertrauen, Freundschaft, Verlässlichkeit und eine beliebige Anzahl weiterer immaterieller Werte. Wenige Käufer würden ihren Lieferanten wechseln, nur weil ein anderer Anbieter den Preis kurzer Hand unterbietet.

Der Kunde ist bereit, einen höheren Preis zu bezahlen, der sich durch den Zusatznutzen erklären lässt, den er glaubt mit dem Produkt mit zu erwerben. Dieser Zusatznutzen manifestiert sich in der Marke. Genauso wie die Leistungsfähigkeit der angebotenen Produkte.

Gemeinsam stehen sie für das Unternehmen!
Und die Marke ist, was das Unternehmen ist!

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